Hyperhidrose – gezielte Behandlung von starkem Schwitzen mit Botox
Schwitzen ist physiologisch. Hyperhidrose ist es in ihrer ausgeprägten Form nicht.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Menge des Schweißes, sondern ob eine umschriebene Überaktivität der Schweißdrüsen vorliegt, wie stark sie den Alltag beeinträchtigt und welche Körperregion betroffen ist.
In meinen Praxen behandle ich fokale Hyperhidrose mit Botulinumtoxin an den Achseln, Händen, Füßen, der Kopfhaut und im Genitalbereich. Diese Regionen lassen sich nicht nach demselben Schema behandeln. Hautdicke, Dichte der Schweißdrüsen, Sensibilität, funktionelle Anatomie und die individuelle Ausprägung der Beschwerden unterscheiden sich erheblich.
Für mich beginnt eine gute Behandlung deshalb nicht mit der Spritze, sondern mit der Frage, woher das Schwitzen kommt, wie es sich verteilt und ob Botulinumtoxin für genau diese Region die richtige Therapie ist.
Eine Diagnose – fünf sehr unterschiedliche Behandlungsregionen
Axilläre Hyperhidrose
Die Achselregion ist die klassische medizinische Indikation für Botulinumtoxin bei Hyperhidrose. Entscheidend ist eine gleichmäßige intradermale Verteilung über das tatsächlich betroffene Areal – nicht über eine pauschal definierte Fläche.
Starkes Schwitzen an den Händen
Palmarer Hyperhidrose begegnet man therapeutisch anders: Hier treffen hohe funktionelle Bedeutung, ausgeprägte Sensibilität und eine sehr dichte Innervation aufeinander. Die Behandlung muss deshalb besonders sorgfältig geplant werden.
Starkes Schwitzen an den Füßen
An den Fußsohlen ist die Haut deutlich dicker und die Behandlung technisch anspruchsvoller. Auch hier ist die genaue Verteilung des Schwitzareals wichtiger als ein standardisiertes Schema.
Hyperhidrose der Kopfhaut
Starkes Schwitzen an Stirn und Kopfhaut wird häufig unterschätzt. Gerade hier ist die genaue anatomische Planung entscheidend, weil Funktion, Mimik, Haaransatz und Verteilung der Injektionspunkte zusammen gedacht werden müssen.
Genitale Hyperhidrose
Übermäßiges Schwitzen im Genitalbereich wird selten angesprochen, kann für Betroffene aber erheblich belastend sein. Die Behandlung verlangt besondere Diskretion, eine sorgfältige Indikationsstellung und eine präzise Kenntnis der regionalen Anatomie.
Hyperhidrose ist für mich keine „08/15-Botox-Anwendung“. Jede Region stellt andere Anforderungen an Anatomie, Dosierung und Injektionstechnik.